Geschichte

Das Gutshaus Trześniów wurde in der 1. Hälfte des 19. Jh. an Stelle einer früheren Vogtei gebaut. Damals war es das Hauptelement eines Gutsbesitzes, das vom Vorwerk durch einen Teich und den immer noch wachsenden Park abgetrennt war. Rafał Kołłątaj (1750-1833), der ältere Bruder von Hugo und der jüngere Bruder von Jan, hat den Titel des Vogtes von Trześniów erhalten, nachdem er 1772 die Kastellanin von Sanok, Józefa Tarłowa geb. Grabińska geheiratet hatte. Die Gebrüder Kołłątaj - Rafał und Jan haben den Priester Hugo in seiner bahnbrechenden gesellschaftlichen und politischen Tätigkeit unterstützt. Rafał als Vertrauter seines Bruders Hugo erledigte für diesen verschiedene Angelegenheiten und zählte zum Kreis der fortgeschrittenen, frei denkenden Leute, die sich um den berühmten Priester Hugo gruppierten. Er war ein Mitglied der Versammlung von Befürwortern und Verfechtern der Regierungsverfassung. Er begleitete auch den polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko auf seinen Italienreisen und besuchte dabei sicherlich auch seinen Gutsbesitz in Trześniów im Vorkarpatengebiet. Seine einzige Tochter Maria trug nach der Heirat den Namen ihres ersten Ehemannes Wężyk. Ihr zweiter Ehemann war Józef Sikorski. Sie vermachte in der zweiten Hälfte des 19. Jh. das Landgut in Trześniów der "Anstalt für Blinde" in Lemberg. Die Lemberger Stiftung der Sikorskifamilie, von der blinde Kinder betreut wurden, existierte bis zum Ende des 2. Weltkrieges. In den Jahren 1921-1947 wurde das Gutsgebäude in Trześniów von Feliks Sokulski und seiner Frau Zofia geb. Dukiet mit ihrem Sohn Stanisław und ihrer Tochter Maria bewohnt. Feliks Sokulski verwaltete das Landgut in Trześniów im Namen der Stiftung der Sikorskifamilie. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gutsgebäude durch den staatlichen Landwirtschaftsbetrieb (LPG) in Trześniów übernommen. In der zweiten Hälfte der 70-ger Jahre und in den 80-ger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Gutsgebäude und der Park durch ein staatliches Zuchtzentrum genutzt. Nach der Auflösung des Zuchtzentrums blieb der Gutsbesitz in Verfügung der Agentur des Staatschatzes für landwirtschaftliches Eigentum. Am 28. August 1996 wurden bei einem Brand das Dach und die Hauptveranda vollständig vernichtet. Trotz der so umfangreichen Beschädigungen der historischen Substanz entschieden wir uns, das Gutsgebäude samt dem Park zu kaufen und für Wohnzwecke zu sanieren. Die Wiederherstellung der zerstörten Gebäudeteile und die Sanierung der Innenräume für Wohnzwecke dauerte von 1997 bis 2002.
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